Aufbau Persönliche Assistenz, Unterstützung der Selbsthilfe, Ausbau Empowermentprogramme – die Schwerpunkte der Integrationshilfe Vorarlberg

von Heinz Grabher

Süleyman Kurt in seinem Rollstuhl mit Assistent Alex, Reinhard Zischg und Andi Guth sitzen vor dem gedeckten Tisch. Es gibt belegte Brote in allen Variationen, Fruchtsäfte, Mineralwasser und Kaffee.
Süleyman Kurt in seinem Rollstuhl mit Assistent Alex, Reinhard Zischg und Andi Guth sitzen vor dem gedeckten Tisch. Es gibt belegte Brote in allen Variationen, Fruchtsäfte, Mineralwasser und Kaffee.

Hermann Böckle vom Amt der Vorarlberger Landesregierung, Leiter der Abteilung Gesundheit und Soziales, präsentierte am 3. Juli im Hotel Krone in Dornbirn die Ergebnisse der Workshops „Bedarfs- und Entwicklungsplan der Integrationshilfe", die gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet wurden. Das Ergebnis: Leistungen zur Eigenständigkeit wird in den kommenden Jahren Kernschwerpunkt der Integrationshilfe Vorarlberg sein.

Im Herbst 2009 ist vom Land geplant, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um Konzept, Umsetzungsplan, etc. der Persönlichen Assistenz zu formulieren. Im Sommer 2010 soll dieses funktionstüchtige Modell für Persönliche Assistenz in der Praxis umgesetzt werden. „Das wird etwas kosten, das ist klar. Nach Rücksprache mit Landesstatthalter Wallner kann ich die Zusage für die Finanzierung dieses Projektes garantieren", freut sich Böckle.

Auch die Unterstützung der Selbsthilfe ist ein wichtiger Punkt in der Integrationshilfe. Denn „was die Selbsthilfe leistet, kann keine Institution ersetzen", ist Böckle überzeugt.

Außerdem wird der bedarfsgerechte Ausbau der Programme für ein Leben in Eigenständigkeit und zur Teilhabe am offenen Arbeitsmarkt stark gefördert.

Dass es für manche Institutionen möglicherweise weniger Fördermittel gibt ist nicht auszuschließen. Böckle erinnert die Teilnehmer daran, dass in den kommenden Jahren vom Land mit ca. 8 % weniger Einnahmen zu rechnen ist. Deshalb werden auch nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Und er macht klar: „Es geht nicht gegen die Einrichtungen, sondern es geht für die Menschen mit Behinderung. Mit dem Chancengesetz 2006 kommt eine neue Philosophie. Alle müssen daran arbeiten und sich umstellen."

Reiz-Selbstbestimmt Leben war mit einer großen Abordnung vertreten: Andreas Guth, Reinhard Zischg, Süleyman Kurt und Heinz Grabher waren dabei, um die Interessen des Vereines zur Erstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplans der Integrationshilfe in Vorarlberg einzubringen.

Ihr Input an diesem dritten Workshops: Die gleichberechtigte Mitsprache in den Führungsebenen von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen muss selbstverständlich werden. Deshalb ist es neben den geplanten Schritten des Landes für Reinhard Zischg wichtig, „dass wir Menschen mit Behinderung uns aus- und weiterbilden, damit wir den „sogenannten" Profis beistehen und das Ruder aus der Hand nehmen können. Zusätzlich soll in Zukunft Peer Counseling das Beratungsmodell der ersten Wahl sein."

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