SexualbegleiterInnen für’s Ländle

von Heinz Grabher

Richterin Claudia Egger gibt Auskunft.
Richterin Claudia Egger gibt Auskunft.

Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung gibt es offiziell in Vorarlberg nicht. Es traut sich auch kaum jemand Sexualbegleitung zu vermitteln. „Denn die Gesetzeslage in Vorarlberg dazu ist ganz schlecht“, berichtet Claudia Egger vom Landesgericht Feldkirch bei der Veranstaltung der VISS „Sex und Recht und Behinderung“ im Herrenzimmer des Hotel Krone in Dornbirn. Die VISS – Vorarlberger Initiative Selbstbestimmter Sexualität startet nun ein Projekt mit dem Ziel, das Berufsbild der/des Sexualbegleiterin/s zu schaffen. PartnerInnen sind willkommen.

In der Steiermark gibt es sie/ihn schon: die/den SexualbegleiterIn. Damit Menschen mit Behinderung in Vorarlberg ohne Probleme Zugang zu dieser Dienstleistung bekommen können, soll das Berufsbild der/des Sexualbegleiterin/s auch im Ländle geschaffen werden. Noch in diesem Jahr werden ExpertInnen des Projektes aus der Steiermark zu einem Arbeitstreffen mit der VISS eingeladen.

Sex auf Krankenschein ist nicht gefragt. Ziel für Menschen mit Behinderung ist, dass „Sexualität“ nicht als Therapie verschrieben wird, sondern legal praktiziert werden kann, falls notwendig mit Hilfe einer/s Sexualbegleiterin/s. Die Beteiligten sind sich einig, dass mit dem neuen Berufsbild auch eine hohe Sicherheit für die SexualbegleiterInnen erreicht wird.

Die Gesetzeslage in Vorarlberg ist für die Betroffenen unbefriedigend. Laut österreichischem Strafgesetz ist „Unzucht“ nicht strafbar. Das Vorarlberger Sittengesetz sagt zwar, dass „gewerbsmäßige Unzucht“ erlaubt ist, jedoch eine Bewilligung braucht – unter Einhaltung strenger Auflagen. Es hat bisher zwei Versuche gegeben ein Bordell zu eröffnen, aber die Bewilligung wurde nicht erteilt. Das wirkt fast wie ein Verbot.

Auch in Form von Hausbesuchen ist Prostitution in Vorarlberg verboten, in der Steiermark jedoch erlaubt. „Ich zieh in die Steiermark!“, war aus dem Publikum zu hören. Die InitiatorInnen des Projektes hoffen, dass die Abwanderung aus Vorarlberg noch rechtzeitig gestoppt werden kann.

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