Seminare leiten für Menschen mit Lernschwierigkeiten

von Heinz Grabher

Das Buchabbild. Unter dem Titel des Buches und der Autorin sieht man eine Wendeltreppe von Oben. Links mehrere Bilder in Passfotogröße: Blumenblüte, Vorhänge im Wind, Stein, Eisentor, Glas, Kakteen.
Das Buchabbild. Unter dem Titel des Buches und der Autorin sieht man eine Wendeltreppe von Oben. Links mehrere Bilder in Passfotogröße: Blumenblüte, Vorhänge im Wind, Stein, Eisentor, Glas, Kakteen.

Die freiberufliche PR-Beraterin und Trainerin Birgit Primig aus Wien, hat ein Buch zu einem wichtigen Thema geschrieben. Es trägt den Titel: „Seminare für Menschen mit Lernbehinderung leiten“. Reiz hat es unter der Lupe betrachtet.

Zur Klärung der Begriffe: Birgit Primig bezeichnet Menschen mit Lernschwierigkeiten als „Menschen mit Lernbehinderung“. Sie schreibt dazu auf Seite 12: „Eine einheitliche Sprachregelung (zum Begriff der „geistigen Behinderung“ Anm. Redaktion) wurde allerdings bis heute nicht gefunden. … Die SelbstvertreterInnen in Österreich verwenden den Begriff der ‚Lernbehinderung‘, weil er ihrem persönlichen Erleben am meisten entspricht.“ Leider hat Birgit Primig dazu keine Quelle angegeben. Im Folgenden werde ich den Begriff „Mensch mit Lernschwierigkeit“ verwenden, da die VertreterInnen der Selbstbestimmt Leben Bewegung und Mensch Zuerst-People First diesen Begriff bevorzugen.

In der Einleitung beschreibt Birgit Primig ihre ersten Erfahrungen bei der Leitung von Seminaren für Menschen mit Lernschwierigkeiten. „Mein gesamtes Know How als diplomierte Trainerin der Erwachsenenbildung war kaum mehr anwendbar.“ Sie sieht in der Leitung solcher Seminare eine große Herausforderung und hat deshalb dazu diesen Leitfaden verfasst.

Zum Inhalt: Laut Klappentext gibt das Buch im ersten Teil einen Einblick in die Thematik „Lernschwierigkeit“. Sie umreißt die Geschichte behinderter Menschen und versucht die verschiedenen Sichtweisen von Behinderung aufzuzeigen. Der zweite Teil bietet konkrete Methoden zur Seminargestaltung. Hier hat die Autorin wertvolle Tipps für SeminarleiterInnen gesammelt und präsentiert.

Zum Layout: Ihre Tipps sind sehr gut zu gebrauchen, allerdings sind sie optisch schlecht gestaltet. Es scheint, als hätte sie bei ihrer eigenen Veröffentlichung auf ihre Prinzipien vergessen: „Texte müssen ‚leicht lesbar‘ sein. … Die optische Gestaltung trägt ebenfalls zur leichten Lesbarkeit bei.“ Es ist z.B. kein erster oder zweiter Teil im Buch erkennbar. Irgendwann kommen die konkreten Methoden zur Seminargestaltung dran. Das merkt man erst beim durcharbeiten. Es ist recht wenig Text auf einer Seite geschrieben, viel weißer Rand rundum. Die Grafiken scheinen irgendwie zwischen den Text hineingeschoben.

Mein Wunsch: Es gibt eine weitere überarbeitete Auflage des Leitfadens mit verbessertem Layout: Dabei mehr Grafiken, die übersichtlich im Text eingefügt sind und eine sichtbare Einteilung des erläuternden Teiles und der Vorstellung der Methoden.

Und als Zusatzwunsch die Übersetzung des folgenden Textes: (Seite 23) „Teilnehmendenorientierung stellt sicher, dass die Bedürfnisse der Lernenden den Bildungsprozess bedingen.“ Ich gebe es zu, bei diesem Satz komme ich immer noch ins Schwitzen.

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