Selbstbestimmt Leben – ein Beispiel

von Heinz Grabher

Die Schülerinnen und Lehrpersonal vom Schulheim Mäder im Büro beim Schreibtisch von Süleyman Kurt. Freundliche Gesichter für den Fotografen.
Die Schülerinnen und Lehrpersonal vom Schulheim Mäder im Büro beim Schreibtisch von Süleyman Kurt. Freundliche Gesichter für den Fotografen.

Schülerinnen vom Schulheim Mäder erkundigten sich bei Süleyman Kurt über die Möglichkeiten des selbstbestimmten Lebens. Er lud sie ein, seine Wohnung und seinen Arbeitsplatz zu besuchen.

Die Schülerinnen Julia, Michaela, Sarah und Aysegül kamen am frühen Morgen des 29. April zur Wohnung von Süleyman Kurt nach Dornbirn. Dort zeigte er ihnen seine verschiedenen Zimmer und erklärte, wie er seinen Alltag zu Hause organisiert, vom Aufstehen am Morgen, bis zum Schlafen Gehen am Abend. Doch es war trotzdem für die Schülerinnen schwer vorstellbar allein zu leben. Süleyman meinte dazu, dass „das Bedürfnis von zu Hause auszuziehen und allein zu leben mit der Zeit auch bei euch kommt.“ Das nehmen sie lachend zur Kenntnis und ließen sich von ihm die verschiedenen Zimmer zeigen.

Interessant für die Schülerinnen war seine Organisation der Persönlichen Assistenz. Süleyman zeigte ihnen, wie er den Dienstplan für die verschiedenen AssistentInnen erstellt, wie er sie bezahlt und was er macht, wenn ein/e Assitent/in kurzfristig ausfällt. Für diesen Fall gibt es seit Anfang April den 24-Stunden-Bereitschaftsdienst.

Die nächste Station war der Arbeitsplatz bei Reiz. Die Schülerinnen wollten wissen, was die Arbeitsbereiche von Süleyman sind und wie er den Arbeitstag im Büro meistert. Er startete den Computer, die Schülerinnen waren als erstes fasziniert von der Tastatur und der Maus, sowie den zwei Bildschirmen am Arbeitstisch. Dort präsentierte er, wie er den Newsletter erstellt und Termine verwaltet.

Neugierig waren die Schülerinnen, ob es für Süleyman besser ist, wenn eine Assistenz dauernd bei ihm am Schreibtisch ist. „Besser ist, wenn die Assistenz nur dann bei mir ist, wenn ich konkrete Fragen habe. Dann arbeite ich viel selbständiger“, so seine Antwort.

Begleitet wurden die Schülerinnen von vier Lehrpersonen des Schulheim Mäder. Und auf die Frage von Felix Ausserer an eine Schülerin, ob sie sich die Arbeit im Büro vorstellen könnte, war ein „… es ist schon schwer …“ Seufzer zu hören. Doch davon lässt sich auch Süleyman nicht abschrecken, denn er weiß: „Am Anfang ist alles schwer, bevor es leicht wird.“

Zum Abschied bedankten sich alle und Süleyman gab den Hinweis, dass interessierte SchülerInnen gerne ein paar Schnuppertage im Büro in Dornbirn machen können.

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