Schulunterricht im Reiz-Büro

von Heinz Grabher

Die 3. Klasse der Krankenpflegeschule Bregenz versammelt zum Schulunterricht im Reiz-Büro. Alle sitzen um einen großen Tisch und lachen in die Kamera. Im Vordergrund die Reiz-MitarbeiterInnen Claudia Fessler, Sabrina Nitz, Manuela Nitz und Süleyman Kurt.
Die 3. Klasse der Krankenpflegeschule Bregenz versammelt zum Schulunterricht im Reiz-Büro. Alle sitzen um einen großen Tisch und lachen in die Kamera. Im Vordergrund die Reiz-MitarbeiterInnen Claudia Fessler, Sabrina Nitz, Manuela Nitz und Süleyman Kurt.

Die Reiz-MitarbeiterInnen durften am 14. März eine Schulklasse der Krankenpflegeschule Bregenz im Fach Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Sozialhygiene unterrichten. Für die Schülerinnen der 3. Klasse wurde es ein Ausflug in die Selbstbestimmt-Leben-Philosophie.

„Persönliche Assistenz“, „Selbstbestimmt Leben“ – diese zwei Begriffe hörten die Schülerinnen an diesem Vormittag sehr oft. Und sie fragten auch nach, was diese theoretischen Begriffe für Menschen mit Behinderung in der Praxis bedeuten. Sabrina Nitz, Claudia Fessler und Süleyman Kurt gaben gerne Auskunft und berichteten aus ihren Erfahrungen.

„Um selbständig zu wohnen benötige ich derzeit drei Persönliche AssistentInnen“, berichtete Sabrina Nitz. Die Trennung vom Elternhaus sei eine normale Sache gewesen, die nicht abrupt, sondern wie bei den meisten Familien langsam erfolgte.

Wichtig für die Selbstbestimmt Leben Philosophie ist der Unterschied zwischen Betreuung und Persönlicher Assistenz. „Der/die Persönliche AssistentIn wird angeleitet in ihren/seinen Handlungen. Die Verantwortung über das Gelingen eines Unternehmens trägt der Betroffene selbst. Das bedeutet auch, dass Fehler gemacht werden dürfen – so wie jeder Mensch in seinem Leben Fehler machen darf“, erklärt Claudia Fessler.

Süleyman Kurt zeigte auf, dass seine Sprachbehinderung oft dazu führte, dass Menschen ihm nicht zuhörten, oder so taten, als ob sie ihn verstanden hätten. Viele meinten auch, er sei ein Mensch mit geistiger Behinderung, da sie ihn nicht verstehen können. Er versteht die Reaktionen schon – jedoch wünscht er sich von den Menschen ohne Behinderung, dass sie sich Zeit nehmen anderen Menschen mit Sprachbehinderung genau zuzuhören.

An diesem Vormittag hörten die zukünftigen Krankenpflegerinnen genau zu, bekamen einen Überblick über die Selbstbestimmt Leben Bewegung in Vorarlberg und konnten Süleyman Kurt trotz seiner Sprachbehinderung verstehen.

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