EINE Schule für ALLE

von Heinz Grabher

Auf dem Podium: Moderatorin Martina Rüscher, Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger am Sprechen, Claudia Niedermayr von Integration Vorarlberg und Andreas Guth von Reiz - Selbstbestimmt Leben.
Auf dem Podium: Moderatorin Martina Rüscher, Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger am Sprechen, Claudia Niedermayr von Integration Vorarlberg und Andreas Guth von Reiz - Selbstbestimmt Leben.

Der von Reiz – Selbstbestimmt Leben provokant formulierte Titel der Podiumsdiskussion „Die Abschaffung der Sonderschulen“ füllte den großen Saal im Hotel Krone in Dornbirn. Martina Rüscher moderierte die Veranstaltung. Eine große Mehrheit stellte fest: es soll eine Schule für alle geben.

Dass der Weg dahin nicht leicht ist formulierte Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger: „Die UN-Konvention gibt das Ziel vor: keine Sonderschulen mehr. Das stellt eine große Herausforderung für Österreich dar, denn das Bewusstsein für Inklusion muss sich erst in den Köpfen etablieren.“ Buchinger vermutet, dass der Druck des Bundes und der Eltern zu gering war, deshalb sei es zu so einem Überhang an Sonderschulen in Österreich und hier vor allem in Vorarlberg gekommen.

Karl Idl, Direktor des Sonderpädagogischen Zentrums in Dornbirn beschrieb, dass sich keine Schule so gewandelt hat wie die Sonderschule: „Wir stellen uns selbst immer wieder in Frage.“ Er sieht derzeit in der Sonderschule die beste Lösung für Menschen mit Behinderung „da wir Kinder aufnehmen, die sonst nirgends mehr Platz finden.“ Seiner Meinung nach sollte zuerst die Gesellschaft geändert, bevor die Sonderschulen abgeschafft werden.

Die Änderung der Gesellschaft beginnt jedoch in der Schule. Claudia Niedermair, Obfrau von Integration Vorarlberg weiß, dass „die Schule der einzige Ort ist, wo gemeinsames Zusammenleben gelernt werden kann.“ Sie möchte auch, dass die LehrerInnen nicht allein gelassen werden und plädiert für ein neues Lehren und Lernen. Die Ganztagsschule würde dabei viele Probleme lösen.

Das Wissen der Sonderschullehrer sollte dabei genutzt werden. „Es sollen ja nicht die Sonderschullehrer abgeschafft werden, sondern nur die Sonderschulen“, war mehrmals aus dem Publikum zu hören. Dazu meinte ein Sonderpädagoge: „Wenn es um eine gemeinsame Schule geht, wollen wir auch dabei sein.“

Als  ehemaliger Schüler vom Schulheim Mäder kann Andreas Guth nur Positives über die Schulzeit berichten. Jedoch als die Schule vorbei war, merkte er, dass er kein funktionierendes soziales Umfeld in seinem Wohnort hatte. Keine Freunde, keine Schulbekannten und keine Dorfbekannten. Er war ja ein paar Jahre nicht mehr richtig im Ort. Nun stellte sich auch heraus, dass er als „Sonderschüler“ so gut wie keine Chance auf einen vernünftigen Arbeitsplatz hatte. Deshalb holte er den Hauptschulabschluss nach und arbeitet mittlerweile in der Amtsbibliothek im Landhaus in Bregenz.

Viele der anwesenden Eltern im Publikum sahen im funktionierenden sozialen Netz beim Besuch der Regelschule den großen Vorteil der Integration. Sie beklagen jedoch, dass dabei aber noch keine Chancengleichheit herrscht. Die finanziellen Ressourcen sollten in Vorarlberg besser verteilt werden. Derzeit fließe zu viel Geld und Know How in die Struktur der Sonderschulen.

„Barrieren fangen im Kopf an. Die Veranstaltung ist ein kleiner Beitrag um die Barrieren im Kopf zu sprengen“, meinte Andreas Guth in seinem Schlusswort. „Die Reizler nennen die Dinge vielleicht grob und undiplomatisch beim Namen – damit treiben wir die Dinge aber auch voran. Mein Motto: Statt einer 5-Sterne Sonderschule – lieber eine Schule für Alle!

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Kommentare

Kommentar von MARTIN MÜLLER |

ICH FINDE ES SEHR GUT DAS MENSCHEN MIT BEHINDERUNG UND LERNSCHWIERIGKEITEN IN INTEGRATIONS-SCHULEN INTEGRIERT WERDEN SOLLEN IN ZUKUNFT!!!MARTIN JOSEF MÜLLER/MENSCH MIT LERNSCHWÄCHE!!WAR AUCH IN EINER SONDERSCHULE!!!MARTIN JOSEF MÜLLER-NÜZIDERS!!!

Kommentar von Sandra |

Die Eltern sollten auswählen können für ihr Kind ist meine Meinung. Derzeit besteht bei der Einschulung behinderter Kinder null Auswahlmöglichkeit finde ich.

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