Beiträge zur PA-Diskussion in Vorarlberg

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Sabrina Nitz dem Publikum zugewandt bei ihrer Wortmeldung. Interessierte Blicke sehen, offene Ohren hören zu
Sabrina Nitz dem Publikum zugewandt bei ihrer Wortmeldung. Interessierte Blicke sehen, offene Ohren hören zu

Wir haben die wichtigsten Wortmeldungen der Veranstaltung „Wir haben einen Traum – Wir haben ein Recht“ zusammengestellt.

„Wenn ein Teilbereich der Persönlichen Assistenz nicht funktioniert, funktioniert das ganze Modell nicht.“ Dieser Aspekt war dem Vortragenden Heinz Grabher bei der Erarbeitung des PA-Basis-Modelles für Vorarlberg sehr wichtig.

Menschen mit Behinderung brauchen ein Persönliches Budget, mit dem sie ihre Persönlichen AssistentInnen angemessen bezahlen können. Elisabeth Ha präzisiert, „wir haben die Erfahrung gemacht, dass mit 11,- Euro Bruttolohn pro Stunde die AssistentInnen nur solange bleiben, bis sie einen besser bezahlten Job gefunden haben. Dann gehen die Assistenzsuche und das An- und Einlernen von neuem los. Das ist für die AssistenznehmerInnen sehr mühsam.“

Gabriela Nickel ergänzt, dass manche Institutionen im Land für dieselbe Assistenzleistung wie Reiz über 60,- Euro/Stunde verrechnen.

Sie setzt sich auch dafür ein, dass die Eltern, Angehörigen oder Vertrauenspersonen von Menschen mit Behinderung, die nicht selbst sprechen können, in die Entscheidungsprozesse über die Behindertenpolitik eingebunden werden.

Der ehemalige Geschäftsführer des Füranand, Julius Schedel macht sich stark, dass sich die verschiedenen Institutionen nicht gegeneinander ausspielen. „Es geht um die Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung. Da hat jede Institution ihre Fähigkeiten. Reiz hat natürlich das Wissen und die Erfahrung bei der Persönlichen Assistenz. Diesen Wissen und diese Erfahrung können und sollen die anderen Institutionen auch nutzen.“

Elisabeth Tschann, Fachbereichsleiterin der Integrationshilfe Vorarlberg, berichtet von der Absicht des Soziallandesrates Christian Bernhard, mit der Persönlichen Assistenz in Vorarlberg abzuwarten, bis es ein bundeseinheitliches Modell in Österreich gibt.

Das irritiert den Vorstand von Reiz ziemlich, da es allen Beteiligten klar ist, dass bis dahin noch viel Zeit verstreichen wird und der Landesrat ja für die Persönliche Assistenz in Vorarlberg zuständig ist. Gleichzeitig gibt es ein mit den SelbstvertreterInnen von Reiz überarbeitetes PA-Modell, das auf die Realisierung wartet.

„Dieses PA-Modell wird derzeit geprüft auf die Umsetzbarkeit“, so Tschann.

Auf die Frage, wie Menschen mit Behinderung zu ihrem Recht kommen können, schrieb der Leiter des Österreichischen Klagsverbands, Volker Frey: „Politische Forderungen stellen, die Überwachungsinstrumente nutzen, die die UN-Konvention vorsieht: Monitoringausschuss, Schattenberichte schreiben und wenn nichts passiert auch Individualbeschwerden an den UN-Behindertenrechtsausschuss zu verfassen.“

Der neue Leiter des Monitoringausschusses, Landesvolksanwalt Florian Bachmayr-Heyda stellte sich kurz vor und hat ein offenes Ohr für die Anliegen der ReizlerInnen. Er wird uns in Bälde die Einladung zur ersten öffentliche Sitzung des Vorarlberger Monitoringausschusses zuschicken.

Christa Grabher vom Behindertensportverband ist überzeugt, „wir brauchen eine starke Lobby. Der zuständige Landesrat wird eher etwas unternehmen, wenn er sieht, dass sich mehrere Politiker für die Einführung der Persönlichen Assistenz in Vorarlberg stark machen. Alleine ist er zu schwach. Je mehr Verbündete – Sozialsprecher, Abgeordnete wir finden, desto eher kommen wir zu unserem Recht.“

Wenn nichts mehr hilft, dann möchte Süleyman Kurt „wie es die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung Amerikas in den Sechziger-Jahren gemacht hat – das Parlament besetzen!“

Weitere Informationen zur Persönlichen Assistenz in Vorarlberg:
Bilder von der Veranstaltung „Wir haben einen Traum – Wir haben ein Recht“

Ein Traum auf dem Papie
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Die Basis der Zukunft

Persönliche Assistenzmodelle Österreichs

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